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Übergang des Erzgebirges von Horní Blatná nach Měděnec

Dank des verlängerten Mai-Wochenendes haben meine Schwester, mein Vater und ich uns auf den Weg gemacht, um das Erzgebirge von Horní Blatná nach Měděnec zu überqueren. Wenn euch das Erzgebirge reizt, begleitet uns auf unserer Wanderung – vielleicht inspirieren wir euch dazu, auch den westlichen Teil zu erwandern.

Veröffentlicht: 28. 5. 2026
1 Min. Lesezeit
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Beim Start war es wie üblich nasskalt und regnerisch. Uns bringt aber nichts aus der Ruhe. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Gebt zu: Die erzgebirgische Landschaft hat auch im Nebel ihren Reiz. Nach etwa 5 km erwartete uns eine Verpflegungsstation in der Pivovar Ryžovna. Nach der Stärkung sind wir bei schon besserem Wetter weitergezogen, sind zu den Hubertky hinübergewechselt und haben dort übernachtet. 

Und jetzt kurz zur Kleidung. Ausrüstung zu empfehlen ist schwierig, aber für eine Neuheit in meinem Kleiderschrank würde ich meine Hand ins Feuer legen! Es sind die Socken Darn Though, die aus Merinowolle gefertigt sind und dadurch die ganze Zeit ohne unangenehmen Geruch durchgehalten haben. Eine Rezension dieser Socken sowie von weiteren Kollegen aus dem Koloshop findet ihr auf Domestik, und bis morgen (29. 5. 2026) könnt ihr sie außerdem auf dem Facebook-Profil von Koloshop gewinnen.

Früh am Morgen sind wir nach Boží Dar aufgebrochen, wo wir uns mit einem English Breakfast im Café Bife gestärkt haben. Danach haben wir Kurs auf den Gipfel des Klínovec genommen. Der Weg führt über Skipisten und steigt über steinige Pfade durch den Wald an. Die Ausblicke ins Jáchymov-Tal sind es aber auf jeden Fall wert. Nach dem Gipfel haben wir den sogenannten Václavské náměstí erreicht. Von dort sind wir hastig über die Dámská-Abfahrt hinunter zu einem Traverse gegangen, wo wir eine Pause gemacht und Kaffee von The Brew Company gekocht haben. Dann ging es weiter in Richtung Königsmühle.

Wüstgefallene Gemeinden und Siedlungen im Erzgebirge

Beim Überqueren der Erzgebirgskämme stößt man oft auf Orte, an denen die Stille ein wenig tiefer und das Gras ein wenig grüner ist. Es sind Spuren von untergegangenen Gemeinden und Siedlungen, die nach dem Zweiten Weltkrieg und der anschließenden Aussiedlung der deutschen Bevölkerung, durch Abrisse im Grenzgebiet oder aufgrund des Kohleabbaus endgültig von den Karten verschwanden. Eine davon ist auch die Siedlung Königsmühle (Králův Mlýn), durch die unsere Wanderung führte. Das denkmalgeschützte Tal mit den Ruinen mehrerer Häuser ist heute wegen seines besonderen Genius loci ein beliebtes Ausflugsziel.

Das Erzgebirge birgt jedoch Dutzende weiterer vergessener Geschichten. Erwähnenswert ist zum Beispiel die Siedlung Jelení (Hirschenstand), in der einst Hunderte Menschen lebten und eine renommierte Klöppelschule betrieben wurde, oder die Gemeinde Fláje, die dem Bau einer einzigartigen Pfeilerstaumauer weichen musste. Es genügt, aufmerksam um sich zu schauen (oder auf die Karte), und Sie stoßen auf weitere Orte, die an dieses düstere Kapitel unserer Geschichte erinnern.

Die Ankunft in Königsmühle hat uns verzaubert. Das Tal mit den Ruinen der Häuser und der Mühle wirkt bei Sonnenuntergang wirklich romantisch. Es ist ein Ort mit einer starken Geschichte, die einen sofort packt. Die Schutzhütte in der umgebauten Ruine der Königsmühle kann als Übernachtungsmöglichkeit für Wanderer genutzt werden (zum Beispiel auch für Stezkaře, denn durch die Siedlung verläuft auch der nördliche Zweig der Stezka Českem). Wir haben unser Lager vorbereitet und uns zum Abendessen ein hervorragendes Gericht von Summit To Eat gekocht – Kartoffeln mit Rindfleisch.

Der morgendliche Aufbruch in Richtung Měděnec führte weiter durch tiefe Wälder in den Bachtälern. Wir sind an einem historischen Kalkofen vorbeigekommen, der wunderschön restauriert ist. Direkt daneben befindet sich ein Selbstbedienungskiosk, an dem man sich stärken kann. Danach kamen wir beim renovierten Bahnhof in Kovářská heraus. Hinter dem Ort, nach dem Durchqueren eines weiteren Waldes, sehen wir in der Ferne bereits die Kapelle auf dem Mědník.

Nach dem Aufstieg auf den Gipfel Měděnec liegt euch die fast gesamte absolvierte Strecke wie auf dem Präsentierteller zu Füßen. Wenn euch eine mehrtägige Tour reizt: Hier ist die Karte unseres Übergangs durch das westliche Krušné hory – ihr müsst nur den Rucksack und gute Laune einpacken, das Wetter bestellen und losziehen.

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