Anfang Juli habe ich an meinem ersten größeren internationalen Trailrennen teilgenommen – dem Stubai Ultra Trail. Das Rennen findet im Stubaital unweit von Innsbruck statt und bietet Strecken für alle Leistungsniveaus – von 14 bis 100 Kilometern. Ich bin auf der 57 km langen Strecke mit über 4.000 Höhenmetern gestartet.
Nach Österreich sind wir mit der Familie schon am Mittwoch aufgebrochen, damit wir vor dem Rennen die Natur vor Ort genießen und uns etwas erholen konnten. Der Freitag stand im Zeichen der Registrierung, der Vorbereitung der Ausrüstung und vor allem der Erholung vor dem frühen Start am Samstag.
Ich ging ohne große Erwartungen an den Start. Einige Wochen davor hatte ich nämlich mit Hüftschmerzen zu kämpfen, weshalb ich das Training für fast drei Wochen unterbrechen musste. Die Vorbereitung war also definitiv nicht ideal.
Am Morgen habe ich meinen bewährten Brei Pelupa od Penca gegessen und bin kurz nach sechs zum Start aufgebrochen. Es herrschte eine angenehme Atmosphäre, ich traf mehrere tschechische Teilnehmer und nach ein paar Worten sind wir schon auf die Strecke gegangen.
Den Anfang bin ich vorsichtig gelaufen. Der erste Anstieg hatte etwa sechs Kilometer und 1.300 Höhenmeter. Das Tempo war vernünftig und an der ersten Verpflegungsstation habe ich nur Wasser nachgefüllt und etwas Wassermelone gegessen. Danach folgte ein technischer Abstieg, bei dem ich meinen einzigen Sturz im Rennen hatte. Zum Glück ohne Folgen.
Nach der Verpflegung bei Kilometer 15 folgte der zweite lange Anstieg. Wir liefen in einer kleineren Gruppe, genossen die herrlichen Ausblicke, und nachdem wir den Gipfel erreicht hatten, begann der schönste Abschnitt des gesamten Rennens – ein fast zwanzig Kilometer langer Downhill. Hier fühlte ich mich großartig. Ich begann das Tempo zu erhöhen, überholte weitere Läufer und genoss den Lauf und die Atmosphäre in vollen Zügen. Große Freude bereiteten mir tschechische Wanderer, die mich unterwegs lautstark anfeuerten.
An den Verpflegungsstationen gab es alles Nötige – Wasser, Ionendrink, Cola, Obst sowie süße und salzige Snacks. Die Organisatoren hatten den Service wirklich hervorragend im Griff.
Bei Kilometer 40 wartete meine Frau mit der Information auf mich, dass ich mich um den zwanzigsten Platz herum bewege. Das gab mir einen angenehmen Schub vor dem letzten und zugleich anspruchsvollsten Anstieg. Ich setzte die Kopfhörer auf, nahm ein Koffein-Gel und konzentrierte mich nur noch auf ein gleichmäßiges Tempo.
Der einzige unangenehme Moment war, dass mir nach und nach das Wasser ausging. Die letzte Verpflegungsstation war weiter entfernt, als ich erwartet hatte, und während des Anstiegs habe ich über anderthalb Liter Flüssigkeit getrunken. Den letzten technischen Downhill hat mir außerdem der einzige Krampf im gesamten Rennen erschwert, der mich kurzzeitig ausgebremst hat.
An der letzten Verpflegungsstation habe ich Flüssigkeit nachgefüllt und mich auf die letzten fünf Kilometer gemacht. Kurz vor dem Ziel hat mich mein Sohn angefeuert, der mich filmte und mich dazu brachte, noch einmal zu beschleunigen. Auf der Zielgeraden habe ich den letzten Gegner überholt und bin erschöpft, aber rundum zufrieden ins Ziel gekommen.
Das Ergebnis war Platz 8 in der Kategorie und Platz 19 insgesamt bei den Männern, was ich angesichts des Verlaufs der Vorbereitung für ein großartiges Ergebnis halte.
Während des Rennens habe ich alle acht Verpflegungsstationen genutzt. Aus meinen eigenen Vorräten habe ich ungefähr sechs Gels, zwei Riegel, Energie-Gummis und zwei Kohlenhydratgetränke verbraucht. Die Kombination der Produkte Penco und SiS hat perfekt gepasst, und die ganze Zeit über hatte ich keinerlei Magenprobleme.
Von der Ausrüstung haben sich bei mir wieder die Weste Salomon ADV Skin, die Leki-Stöcke und die Schuhe Salomon Ultra Glide 3 bewährt, die auch auf einer so langen und technischen Strecke bequem waren.
Insgesamt hat der Stubai Ultra Trail einen hervorragenden Eindruck bei mir hinterlassen. Die Organisation war perfekt, die Markierung fehlerfrei und die umliegende Natur buchstäblich atemberaubend. Wenn ihr anspruchsvolle Bergtrails mögt, kann ich dieses Rennen nur empfehlen. Rechnet aber damit, dass sowohl die Höhenmeter als auch der technische Anspruch der Strecke wirklich eine große Herausforderung sind.
Ich bin froh, dass mein erster größerer Trail im Ausland genau so ausgegangen ist. Ich nehme nicht nur ein tolles Ergebnis mit, sondern vor allem jede Menge Erlebnisse und Motivation für weitere Rennen.
Macht’s gut und viel Spaß beim Laufen!
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