Ich: Wir haben 4 Tage frei, machen wir ein bisschen Bikepacking durch Čechy?
David: Ich habe eine bessere Idee.
Kurzurlaube liegen uns dieses Jahr, und als wir nach dem Mallorca-Urlaub im Frühjahr von den Großeltern vier Tage ohne die Mädchen geschenkt bekamen, mussten wir nicht lange überlegen, wie wir sie verbringen. Die einzige Frage war nur: wohin. Im Grunde entschieden wir erst am Freitagvormittag, je nach Wetter. Wir dachten über Österreich nach (aber dort waren wir vor 14 Tagen, und wir wollten vor allem wild im Auto schlafen, was in Österreich fast unmöglich ist), über die Dolomiten und über die Schweiz. In der Region in der Schweiz, in die wir fahren wollten, wurde besseres Wetter gemeldet – damit war die Entscheidung gefallen.
Wir starten am Freitag um vier Uhr in Prag mit dem Plan, so weit wie möglich zu kommen. Am Ende ziehen wir es durch und kommen erst um ein Uhr nachts am Oberalppass an, wo wir parken aund übernachten. Schon am Morgen ist uns klar: Das hier ist ein Märchen. Wir fahren hinunter nach Andermatt, wo wir einen Campingplatz gefunden haben (sprich: einen Stellplatz für Wohnmobile mit Toiletten und Dusche).
David hat sich die Königsetappe ausgedacht, weil für Sonntag Gewitter angesagt waren. Wir nehmen unsere Rennräder (Superior XR 9.8. GR a Focus Izalco MAX 9.0) und fahren los. Von Andermatt geht’s Richtung Furka Pass mit dem grandiosen Hotel Belvedere, dann hinunter ins Tal und direkt weiter in den nächsten Pass – den Grimselpass. Alle, denen wir auf dem Rad begegnen, strahlen übers ganze Gesicht, und wir genauso. Uns fehlen die Worte: Das hier ist einfach absolut atemberaubend und jeden einzelnen Höhenmeter wert.
Vom Grimselpass rollen wir hinunter nach Innertkirchen, und von dort wartet der längste Anstieg auf den Sustenpass auf uns: 28 km mit 1.600 Höhenmetern. Ein brutaler Anstieg – und wir haben schon einiges in den Beinen. Unten vor dem Berg schieben wir uns noch GU-Gels rein, die wir schon lange ausprobieren wollten. Die Schmerzen werden uns durch die unglaublichen Ausblicke versüßt – es gibt ständig etwas zu sehen. Die fantastische Belohnung ist dann die Abfahrt vom Sustenpass über endlose Serpentinen.
Um wieder zurück ins Tal nach Andermatt zu kommen, müssen wir von Wassen aus noch über einen „kleinen“ Pass. Der ist dann schon ziemlich schmerzhaft. Nach 6 Stunden und 120 km kommen wir völlig erledigt im Camp an.
Am Sonntag rollen wir hinunter zum Vierwaldstättersee, machen eine kürzere Runde größtenteils durchs Tal, gehen dann im See baden und ziehen weiter zum Gotthardpass, wo wir übernachten.
Der Gotthardpass ist ebenfalls ziemlich stark befahren, deshalb fahren wir gleich am Montagmorgen nach dem Frühstück auf der Hauptstraße hinunter nach Airolo und nehmen den Gotthardpass als eine der Ersten in Angriff. Der Gotthardpass ist vor allem dafür bekannt, dass er fast vollständig mit Granitpflastersteinen gepflastert ist.
Nach dem Mittagessen packen wir zusammen und verlegen uns näher Richtung Čechy in den österreichischen Zipfel oberhalb des Bodensees, damit wir am Dienstag nicht die ganze Strecke am Stück fahren müssen. Unterwegs nehmen wir noch den Anstieg zum Schweizer See Wägitalersee mit – der Gotthardpass am Morgen hat uns nicht gereicht.
Am Dienstag wachen wir in den österreichischen Hügeln auf, drehen dort noch eine kürzere 50-km-Runde und fahren nach Hause.
Den dritten Punkt haben wir irgendwie vergessen, und gleich nachdem wir die Schweizer Grenze überquert hatten, haben wir große Augen gemacht, weil unser Internet nicht funktionierte. Instagram und Facebook kann man verschmerzen, aber wir mussten Routen planen und Schlafplätze suchen. Deshalb ist es gut, sich vor der Reise Schweizer Karten herunterzuladen und Apps zu deaktivieren, die euch Daten „fressen“.
Eine längere Reise ins Ausland war die ideale Gelegenheit, den neuen Träger Thule OutPace 3 zu testen. Ursprünglich wollten wir die Räder über Nacht ins Auto laden, aber aufgrund der Gegend haben wir beschlossen, dass es komfortabler ist, die Räder draußen zu lassen – und das hat sich gelohnt.
Jedes Fahrrad hat am Träger seinen eigenen klappbaren Haltearm, sodass das Auf- und Abladen eine Sache von einer Minute ist. Schluss mit dem Gefummel mit der Befestigung am Rahmen. Außerdem können Sie die Räder in beliebiger Reihenfolge auf- und abladen.
Der Träger wird am Anhängerkupplungsträger des Autos in vertikaler Position fixiert, die auch beim Parken genutzt wird, wenn man zum Ausflug losfährt und der Träger so nicht unnötig im Weg ist. An diesem Mechanismus mit Gelenk gefällt mir am meisten, dass die Räder im Vergleich zu gängigen Trägertypen hoch über dem Boden positioniert sind. Die Räder befinden sich in einer guten aerodynamischen Position, ragen nirgendwo hinter dem Kofferraum hervor und bekommen bei Regen keinen Schmutz von der Hinterachse ab.
Theoretische Erkenntnis: Wenn Sie von hinten von einem Pkw gerammt werden, überstehen es die Räder vermutlich. :)
Ein kleiner Nachteil beim VW Multivan T7 ist, dass sich die Heckklappe beim Abklappen des Trägers nicht öffnen lässt – und das sogar ohne Räder. Bei einem Minivan kann man damit leben, aber wenn das für Sie ein unüberwindbares Problem wäre, empfehle ich auf jeden Fall, den Träger mit dem konkreten Fahrzeugtyp auszuprobieren.
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