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Nukeproof ist zurück: die legendäre MTB-Marke neu bei Koloshop


Manche Marken verschwinden und das ist ein irgendwie trauriger, aber ruhiger Tod. Andere verschwinden, kehren dann aber nach ein paar Jahren mit einer Wucht zurück, die daran erinnert, warum überhaupt einmal über sie gesprochen wurde. Nukeproof gehört eindeutig zur zweiten Gruppe – und wir freuen uns sehr, dass wir dieses Comeback auch in unser Portfolio holen können. Wenn ihr in den letzten paar Saisons eher Straße oder Gravel verfolgt habt, könnte euch durchaus entgangen sein, dass sich rund um diese britische (genauer gesagt nordirische) Marke ein ziemlich spannendes Abenteuer abgespielt hat. Also gehen wir das von Anfang an durch.

Veröffentlicht: 18. 9. 2026
1 Min. Lesezeit
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Von Michigan nach Belfast – mit ein paar Kurven dazwischen

Nukeproof wurde bereits 1990 gegründet – und zwar direkt in Michigan, also dort, wo damals gerade die allerersten Kapitel des modernen Mountainbikens geschrieben wurden. Gründer John Muenzenmeyer setzte seinerzeit auf exotische Materialien, Titan und Carbon, und die Marke machte sich recht schnell vor allem mit ihren Naben einen Namen. Doch nach dem Abflauen des amerikanischen „Bike-Booms“ kam der Einbruch, der Nukeproof für lange Zeit praktisch lahmlegte.

Die Wende kam 2004, als Michael Cowan – nordirischer Downhill-Rennfahrer, der Nukeproof schon immer bewundert hatte – die Rechte an der Marke kaufte. Er verlegte die Entwicklung nach Belfast und begann, ein neues Bike aus der Asche aufzubauen – im wahrsten Sinne des Wortes. Mit dem Wachstum von Chain Reaction Cycles, damals einem der größten Fahrrad-Onlineshops der Welt, wurde Nukeproof nach und nach zu einer der wichtigsten Marken in dessen stetig wachsendem Portfolio – und diese Kombination funktionierte hervorragend: Bikes mit einem sehr starken Verhältnis aus Preis, Ausstattung und Fahreigenschaften.

Und dann kam Sam Hill. Als er 2012 beim Team Chain Reaction Cycles–Nukeproof unterschrieb, ahnte noch niemand, dass er innerhalb weniger Jahre dreimal Gesamtsieger der Enduro World Series werden würde (2017, 2018 und 2019) – und das auf einem Nukeproof Mega. Für die Marke war das ein klares Ausrufezeichen: Das sind nicht nur erschwingliche Bikes für die breite Masse, man kann damit auch auf höchstem Niveau gewinnen.

Leider entwickelte sich das Schicksal der Muttergesellschaft Wiggle/CRC im Jahr 2024 nicht gut und endete in der Insolvenz. Nukeproof wurde kurzzeitig von der Frasers Group übernommen, doch echte Sicherheit brachte erst der Februar 2025, als die Marke von der belgischen Belgian Cycling Factory gekauft wurde – einem bedeutenden europäischen Fahrradhersteller, zu dem auch Ridley oder Eddy Merckx gehören.

Seitdem läuft Nukeproof wieder auf Hochtouren: neues Management, ein überarbeiteter Reactor, das neue E-Bike Kilowatt und 2026 sogar die Rückkehr in den UCI Downhill World Cup mit dem eigenen Team Nukeproof Axess Racing, das einen mehrjährigen Vertrag bis 2028 unterschrieben hat. Nach ein paar Jahren der Stille ist diese Marke wieder voll zurück auf der Bühne – und die neuen Modelle, um die es gleich noch gehen wird, machen das ziemlich deutlich.

Warum das nicht einfach „noch eine Marke im Regal“ ist

Man könnte sagen, dass es heute jede Menge solider Fahrradhersteller gibt und ein weiterer niemanden rettet. Bei Nukeproof ist das aber ein bisschen anders – und es lohnt sich zu erklären, warum.

Erstens hat diese Marke echte Rennsport-DNA – Geometrie und Fahrwerkskinematik werden nicht am Schreibtisch abgestimmt, sondern auf den Strecken der Enduro World Series und des World Cups. Zweitens hat sich Nukeproof historisch den Ruf einer Marke mit dem absolut besten Preis-Leistungs-Verhältnis im Segment erarbeitet, und dank der Produktionsbasis von BCF hat sich daran auch nach der Übernahme nichts geändert. Drittens bietet sie praktisch ein vollständiges Familien-Portfolio – von Kinderlaufrädern über Hardtails zur Entwicklung der Fähigkeiten bis hin zu Downhill-Bikes aus dem World Cup, sodass wirklich jedes Alter und jedes Fahrlevel angesprochen werden kann.

Dazu kommt, dass Nukeproof seine Entwicklungswurzeln in Nordirland hat und seit Langem auf Tests in anspruchsvollem britischem Gelände setzt – also dort, wo technisches und nasses Terrain jede Schwäche gnadenlos aufdecken kann – und schon hat man eine ziemlich klare Vorstellung davon, warum Nukeproof-Bikes so robust und souverän wirken.

Und wir dürfen das leicht freche Image „It's an attitude“ nicht vergessen – diese Marke hat sich selbst nie ganz ernst genommen, und genau das lieben viele Fahrer an ihr.

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Trophäen, die für sich sprechen

Neben den bereits erwähnten drei Titeln von Sam Hill in der EWS kann Nukeproof auch auf eine beachtliche Sammlung an Auszeichnungen aus der Fachpresse zurückblicken. Das Portal BikeRadar kürte 2022 das Modell Giga 297 Carbon Elite zum Enduro Bike of the Year, und das Megawatt 297 Factory XT gewann außerdem die allererste Ausgabe der Kategorie eMTB Bike of the Year. Zwei Jahre zuvor holte sich der Reactor eine ähnliche Auszeichnung in der Kategorie der Trailbikes. Das Magazin MBR wiederum bezeichnete die Giga 290 Factory als klaren Sieger eines Vergleichstests.

Und wie wir oben geschrieben haben, bringt das Jahr 2026 die Rückkehr in den UCI Downhill World Cup – das Team Nukeproof Axess Racing fährt das Modell Dissent, und im Kader stehen unter anderem Louise Ferguson, Siegerin des Red Bull Hardline 2025, oder Juanfera Muñoz, dreifacher Sieger des Rennens Cerro Abajo. Mit anderen Worten: Nukeproof kehrt ganz sicher nicht nur in den World Cup zurück, um dort gesehen zu werden.

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Was die Bikes unter der Haube haben

Nukeproof setzt auf ein paar technische Lösungen, die den Fahrern das Leben wirklich erleichtern – nicht nur im Katalog gut aussehen. Ein typisches Beispiel ist das Flip-Chip-Setup für die Geometrie: Beim Reactor schaltet man zwischen den Modi Trail und Rail um, beim Carbon-Dissent lässt sich gleich an drei Stellen gleichzeitig feinabstimmen: Progression des Hinterbaudämpfers (drei Positionen), Reach über ein verstellbares Steuersatz (±6 mm) und Länge des Hinterbaus (440 bis 450 mm). Ein Bike, drei verschiedene Persönlichkeiten.

Nukeproof setzt bei der Rahmenentwicklung sowohl auf hydrogeformtes, dreifach konifiziertes 6061-T6-Aluminium als auch auf Carbon-Monocoques aus T700/T800-Fasern. Die Kabel werden über das tube-in-tube-System verlegt, das die Installation und den späteren Service erleichtert. Die eigene Komponentenmarke Horizon (Lenker, Laufräder, Pedale, Sättel, Bekleidung) entwickelt Nukeproof selbst, was es ermöglicht, hochwertige Ausstattung ohne Aufpreis für eine Fremdmarke anzubieten – und genau das ist einer der Gründe, warum man bei Nukeproof fürs ähnliche Geld oft mehr bekommt als anderswo.

Bei E-Bikes setzt man auf bewährte Partner: Das Kilowatt fährt mit dem DJI Avinox-Antrieb, leicht und zugleich leistungsstark, und das aktuelle Megawatt nutzt den SRAM Eagle Powertrain mit automatischer Schaltung (die ältere, ausgezeichnete Generation aus dem Jahr 2022 fuhr noch mit dem Shimano EP8-Antrieb).

Wer hier das Passende findet

Die Modellpalette von Nukeproof ist ziemlich übersichtlich, sobald man verstanden hat, dass sie im Grunde eine Abstufung vom wildesten bis zum entspanntesten Bike ist. Ganz oben steht das Dissent, ein reinrassiges Downhill-Bike mit 200 mm Federweg vorn wie hinten, das auch das World-Cup-Team fährt. Direkt darunter kommt das Giga, die sogenannte Super-Enduro-Kategorie – im Grunde ein Mini-Downhiller, der trotzdem noch ganz ordentlich bergauf klettert. Ein Klassiker bleibt das Mega, ein bewährtes Enduro-Bike, auf dem Sam Hill seine Titel gesammelt hat, und eine Stufe darunter findet ihr das Reactor, ein vielseitiges Trailbike für alle, die ein Bike für alles wollen.

Für Fahrer, die ihre Technik erst noch verfeinern, oder für alle, die einen erschwinglichen Einstieg in die Welt von Nukeproof suchen, gibt es das Hardtail Scout. Außerhalb der klassischen MTB-Kategorien bewegt sich das Digger, ein Gravelbike zum Pendeln, für Training und Bikepacking. Und dann gibt es noch die E-Bikes – das verspielte All-Mountain Kilowatt und das auf Gravity ausgelegte Megawatt – plus die Kinderlinie Cub Scoot a Cub Scout für die kleinsten Fahrer, vom Laufrad bis zum 24″-Hardtail.

Nukeproof ist am Ende ein gutes Beispiel dafür, dass ein Comeback nicht nur ein leeres Marketingwort sein muss. Die Marke, die einen Absturz, eine Wiedergeburt und eine weitere Krise rund um das Mutterunternehmen durchgemacht hat, steht heute fester denn je – mit der Produktionsbasis eines starken Players im Rücken, einer kompletten Modellpalette vom Kinderlaufrad bis zum World Cup und einem Team, das ihr auf den Strecken wieder Respekt verschafft. Und genau deshalb haben wir uns entschieden, ihr auch bei uns im Koloshop einen Platz zu geben.

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