Wie viele andere Radfahrer halte auch ich mich an das Motto: „Ein Rad für alles.“ Mein Mountainbike nutze ich daher nicht nur für Wochenendausfahrten auf den Trails, sondern vor allem als zuverlässigen Begleiter für den täglichen Weg durch die Stadt. Dazu muss aber auch die Ausstattung passen – sie muss praktisch, robust und vor allem im Einklang mit den Verkehrsregeln sein. Ein Vorder- und Rücklicht am Fahrrad sind dabei das absolute Minimum. Ohne sie ist das Fahren im Stadtverkehr ein Spiel mit der Gesundheit – und man riskiert zudem ein Verwarnungsgeld.
Ob neu oder gebraucht – längst nicht jedes Fahrrad kommt voll ausgestattet samt Nabendynamo und Beleuchtung daher. Auch an meinem Mountainbike, das ich einem Bekannten günstig abgekauft hatte, war zunächst kein Licht installiert. Fahren wollte ich es aber natürlich trotzdem sofort! Es musste also Licht ans Fahrrad, und zwar schnell und bestenfalls auch noch preisgünstig.
Mein „neues“ Bike in einer Werkstatt mit Nabendynamo und Beleuchtung ausrüsten zu lassen, wäre allerdings ziemlich teuer geworden. Je nach Werkstattpreisen und der gewünschten bzw. geeigneten Ausstattung wären hierfür in meinem Fall locker 200 Euro zusammenkommen. Da ich als Studentin chronisch pleite bin, war mir das zu happig und ich entschied mich stattdessen für eine abnehmbare Akku-Frontleuchte als preisgünstigere, schnelle und flexible Alternative.
Über das Rücklicht machte ich mir zunächst weniger Gedanken und verwendete hierfür einige Zeit lang ein violettes LED-Hundelicht, das ich an meinem Gepäckträger befestigen konnte – bis ich von der Polizei freundlich darauf aufmerksam gemacht wurde, dass dies nicht den Anforderungen gemäß StVZO entspreche. Diese verlange nach einer roten Schlussleuchte (die des Weiteren nicht blenden oder blinken dürfe). Mein Rücklicht sei außerdem nicht hell genug, klärten mich die Beamten auf. Geeignet seien dagegen Schlussleuchten, die mit einer sogenannten K-Nummer gekennzeichnet sind – einer offiziellen Zulassungsnummer des Kraftfahrtbundesamtes. Wieder etwas gelernt.
Mit dem Strip+ StVZO von Lezyne sollte ich nun jedoch endgültig auf der Seite des Gesetzes sein. Es verfügt über eine entsprechende Zulassung und im Produktnamen wird sogar explizit mit StVZO-Konformität geworben. Eine sichere Bank also – bleibt nur noch zu testen, wie sich die Leuchte im Alltag schlägt!
Dank USB-C-Anschluss war der Akku der Lezyne-Leuchte schnell aufgeladen und das Rücklicht bereit für den ersten kurzen Funktionstest. Gleich beim ersten Anschalten war ich beeindruckt von der Helligkeit – ein ganz anderes Kaliber als mein kleines Hundelicht, das musste ich zugeben. Die Lezyne verfügt über die beiden Leuchtmodi Economy (20 Lumen) und Blast (40 Lumen). Der Unterschied zwischen den beiden Helligkeitsstufen war und ist für mich allerdings kaum erkennbar. Umso praktischer, dass die Leuchte sich den zuletzt eingestellten Modus merkt. So muss man nicht bei jedem Anschalten rätseln, welche der beiden Einstellungen nun etwas weniger hell strahlt und somit weniger Akku verbraucht. Über eine Bremslicht-Funktion verfügt die die Lezyne nicht, doch das war für mich auch kein Kaufkriterium.
Nach einem geselligen Abend bei Freunden war es schließlich Zeit, das Rücklicht auf dem Heimweg seinem ersten Praxistest zu unterziehen. Die Montage der Lezyne ist vom Prinzip her sehr simpel – mit einer Silikonschlaufe wird sie an der Sattelstütze befestigt. Dies empfand ich zunächst als etwas schwergängig und fummelig, da der Gummi recht straff ist. Gedacht ist die Leuchte für Sattelstützen mit einem Durchmesser von 20 bis 50 mm – meine misst 30,9 mm und selbst in der weitesten Einstellung brauche ich ganz schön Kraft in den Fingern, um das Rücklicht zu befestigen. Machbar ist es auf jeden Fall, aber im Winter mit Handschuhen könnte es nervig werden. Der Anschaltknopf ist dafür aber absolut handschuhtauglich – groß genug und gut ertastbar.
Auch die Breite des Leuchtkegels fiel mir sofort positiv auf, als ich die Lampe schließlich montiert und eingeschaltet hatte. Wie weit der Leuchtwinkel der Lezyne wirklich ist, wurde mir allerdings erst so richtig bewusst, als ich ein andermal spätabends mit einer Freundin an der Elbe unterwegs war und sie mir von hinten zurief: „Krass, du leuchtest fast den ganzen Radweg aus!“. Top, so sollte ich im Straßenverkehr aus allen Richtungen gut zu sehen sein. Die Leuchtkraft der Lezyne reichte nach unser beider Empfinden zudem völlig aus, um auch im heller erleuchteten Stadtgebiet oder bei Dämmerlicht noch gut auf mich aufmerksam zu machen. Auch den ersten kurzen Regenschauer überstand das Rücklicht auf einer der ersten Testfahrten völlig unbeeindruckt, was mich wenig überraschte – schließlich ist es nach IPX7 wasserdicht.
Seit Ende Mai hatte ich das Rücklicht quasi täglich dabei und auf so mancher abendlichen und nächtlichen Fahrten im Einsatz. Aufladen musste ich sie seitdem erst ein weiteres Mal, nach über einem Monat. Hilfreich fand ich in diesem Zusammenhang die simple Akkuanzeige mittels LED-Lämpchen, dank der ich ganz gut abschätzen konnte, wie lange der Saft wohl noch reichen wird.
Durch seine schlanke, kompakte Bauweise nimmt es in der Fahrrad- oder Gürteltasche wenig Platz weg – auch in der Hosentasche kann man die Lezyne Strip ohne Probleme mitnehmen. Ein paarmal ist es allerdings vorgekommen, dass sich beim Transport die Gummischlaufe von der Leuchte gelöst hat, da die beiden nicht fest miteinander verbunden sind. Dann musste ich erstmal etwas umständlich nach der Schlaufe kramen. Seit ich vorm Verstauen beide Enden des Silikonbands an der Leuchte befestige, passiert dies jedoch kaum noch.
Auch an die Montage habe ich mich seit der ersten Fahrt etwas mehr gewöhnen können und finde sie nicht mehr ganz so fummelig, jedoch weiterhin etwas schwergängig. Eine Befestigung mittels einer permanent montierten Halterung, auf die die Leuchte einfach aufgesteckt werden kann, wäre eventuell etwas alltagstauglicher gewesen. So ist es auch bei meinem Frontscheinwerfer gelöst.
Die beiden letzteren Punkte mögen etwas kleinlich wirken, doch spätestens in der dunklen Jahreszeit wird eine einfache und praktische Handhabung wirklich sehr wichtig für mich – denn dann muss ich meine Fahrradbeleuchtung wirklich bei jeder Fahrtpause abnehmen und bei jedem Fahrtantritt wieder von Neuem montieren. Hierbei bin ich tatsächlich sehr penibel, da mir in der Vergangenheit bereits zwei abnehmbare Fahrradlichter gestohlen wurden.
Die Befestigungsmethode der Lezyne Strip hat jedoch auch ihre Vorteile. Durch den straffen Gummi sitzt die Leuchte bombenfest – von hohen Bordsteinkanten, Kopfsteinpflaster, unebenen Waldpfaden und Schlaglöchern blieb sie auf all meinen Fahrten völlig unbeeindruckt.
Die Befestigung mittels Gummischlaufe macht die Leuchte zudem ziemlich variabel. Als ich einmal mit viel Gepäck unterwegs war, das die Sattelstütze verdeckte, konnte ich mein Rücklicht stattdessen einfach an meinem Gepäckträger befestigen. Problem gelöst.
Auch am Gurt meiner Gürteltasche oder am Rucksack angebracht leistete mir die Leuchte auf nächtlichen Spaziergängen im Park oder auf dem Elberadweg das ein oder andere Mal gute Sichtbarkeitsdienste. Außerdem: sollte die Schlaufe einmal kaputtgehen, kann sie relativ einfach ersetzt und das Rücklicht weiterhin genutzt werden.
Meine wichtigsten Anforderungen hat das Rücklicht von Lezyne auf jeden Fall erfüllt: ich habe nach einer unkomplizierten, bezahlbaren und StVZO-konformen Beleuchtungslösung für mein Mountainbike gesucht und genau das habe ich bekommen. Nun bin ich also legal und gut sichtbar unterwegs und damit durchaus zufrieden – zumindest fürs Erste. Der ultimative Härtetest steht meinem neuen Rücklicht und mir schließlich noch bevor: in der dunklen, kalten Jahreszeit, wird sich zeigen, ob das Handling der Leuchte mich endgültig überzeugen kann – auch noch mit kalten, tauben Fingern, mit Handschuhen und bei der zehnten Montage des Tages. Womit die Lezyne bei mir jedoch jetzt schon punktet, ist, dass sie flexibel einsetzbar und niedrigschwellig in der Anschaffung ist. Beides sind in meinen Augen große Vorteile, die das Rücklicht für alle interessant machen dürften, die:
Wer sich hierin wiederfindet, für den könnte sich ein genauerer Blick auf die Lezyne Strip+ StVZO rear durchaus lohnen!
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